Tourenbericht: Wildegg-Habsburg-Brugg (13.5.2026)

Der heilige Servatius, dem Eisheiligen, der dem 13. Mai gewidmet ist, war uns sehr gnädig gestimmt. Trotz Kälteeinbruch verzeichneten wir an dem Tag herrliches Wanderwetter bei maximal 14°.

So fanden sich denn 18 Wanderfreudige Moritzen an diesem Mittwoch um 8.00 Uhr auf dem Bahnhof in Berikon ein, wohin uns die Reise via Wohlen – Lenzburg – nach Wildegg führte. Dort angekommen, steuerten wir stracks auf die Bäckerei Moosberg zu, wo wir den traditionellen Startkaffee zu uns nahmen. Beim zahlen erreichte uns schon die erste freudige Überraschung, denn beim Zahlen erklärte uns Killian, dass er diese Runde aufgrund seines Geburtstages übernehme. An dieser Stelle nochmals lieber Killian, herzlichen Dank und alles Gute und beste Gesundheit im weiteren Leben.

Dann aber gings flott hinauf zum prachtvollen Schloss Wildegg. Der kurze Aufstieg belohnte uns mit einer prachtvollen Aussicht auf die barocke Schlossanlage mit Rosengarten und Rebberg. Das Schloss wurde in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts von den Habsburgern erbaut und ging im Jahr 1830 auf die Familie Effinger über.

Nach dem Schloss taucht der Weg in den Wald des Chestenbergs ein, wo nach ca. einer Stunde ein erster Trinkhalt eingelegt wurde.

Dann gings weiter, hoch und runter über den Grat, aber immer noch angenehm über Wurzeln und Treppen, bis der Aussichtspunkt Gütsch erreicht wurde. Ein eindrucksvoller Blick von diesem Aussichtspunkt belohnte die Anstrengung und der Blick auf das Aaretal die umliegenden Hügel und Veltheim und Schinznach war ergreifend.

Der Weg führt uns anschliessend zum Schloss Habsburg der Stammburg der Habsburger. Hier begann im 11. Jahrhundert der Aufstieg der Dynastie, die später grosse Teile Europas prägte. Durch geschickte Verheiratung wuchs die Fürstenfamilie zu einer der mächtigsten Europas heran. Ausgehend der errungenen Hausmacht erlangten sie zeitweise die Herrschaft bis nach Spanien  Portugal, mit deren Kolonien in Amerika, Afrika und Asien.

Mit dem Tod des Kaiser Franz Josefs im Jahr 1926 ging die Monarchie symbolisch zu Ende.

Nach dem Abstieg in Richtung Vindonissa erreichten wir schlussendlich das frei zugängliche Amphitheater, das aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. stammt und unter der Herrschaft von Kaiser Tiberius entstand. Dieser errichtete das römische Legionslager, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befindet. Mit 111 x 99 Metern ist sie die grösste Anlage dieser Art in der Schweiz und ist als Kulturgut von nationaler Bedeutung. Erste systematische Ausgrabungen erfolgten in 1897 später ging die Anlage in den Besitz des Bundes über, der auch für den Erhalt und die Restaurierung verantwortlich ist. Auch heute noch kommen bei Grabungen und beim Aushub Mauern und Grundrisse zum Vorschein. So kam kürzlich bei archäologischen Ausgrabungen im Bereich des ehemaligen Legionslagers ein rund 2000 Jahre alter Brotlaib zum Vorschein.

Die letzte, kurze Etappe brachte uns über den Campus zum Bahnhof Brugg, wo wir einen Zug eher nehmen konnten und dafür auch frühen in Berikon ankamen.

Eine tolle Wanderung, mit angenehmen Temperaturen ging zu Ende, und im Restaurant Berimärt liessen wir den Tag bei einem wohlverdienten Getränk ausklingen.

Fotos: Hanspeter, Jery, Kari

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