Tourenbericht : Thur Wasserfälle – Gräppelensee (8.7.2026)

Anspruchsvoll, steil über Stein und Wiesen, aber schön!

Da bin ich wieder „Mo“, der kleine, unsichtbare Kobold, zwar etwas kaputt von der heutigen Wanderung, aber glücklich dabei gewesen zu sein. Ich hoffe, es geht allen Teilnehmenden so und der Muskelkater oder andere Schmerzen sind verflogen.

Etwas Wirbel um die ganze Tour war schon in den Tagen zuvor. Zuerst musste die Abfahrt eine halbe Stunde vorverlegt werden, weil der geplante Bus von Wattwil nach Unterwasser keine Gruppen mitnimmt, dann mussten wir bei der Mittagsverpflegung umplanen, weil wir wegen der Waldbrandgefahr und dem daraus resultierenden Feuerverbot am Gräppelensee nicht grillieren durften.

Pünktlich um 06:30 Uhr treffen die ersten 17 Wanderfreudigen sich am Bahnhof Berikon-Widen. Die restlichen sieben stossen unterwegs dazu, in Berikon Kirche, im Bündtenmättli, in Lieli und in Rapperswil. Am Schluss sind wir genau zwei Dutzend Unternehmungslustige.
Drei hätten wir in Wattwil zwar fast verloren, die glaubten, da schon auf den Bus umsteigen zu müssen und falsch abgebogen sind. Sie haben dies aber noch rechtzeitig gemerkt und den Zug nach Nesslau – in dem einer unserer Ehemänner seine Frau vermisste – auch noch erreicht.

In Unterwasser angekommen geht’s zuerst ins Café Fortuna zum Startkaffee. Brav stellen wir uns in Einerkolonne an der Theke an, bestellen und bezahlen Kaffee, Cappuccino, Tee, Ovo oder auch sonst etwas zu trinken, sowie Gipfeli oder Süssigkeiten dazu. Das Servierpersonal bringt nachher alles bequem an den Tisch. Besonders bemerkenswert und schön sind die grossen Cappucini, jeder mit einem eigenen Bild im Schaum.

Um zehn Uhr wandern wir los. Nach wenigen Minuten erreichen wir die Thur Wasserfälle. Auch wenn sie relativ wenig Wasser führen, eindrücklich sind die beiden um die 10m hohen Fälle allemal. Die beleuchtete Galerie – 1927 wohl von Hand, mit Meissel & Bohrer geschaffen – zum oberen Fall bietet etwas Geisterhaftes. Wir nehmen uns etwa eine halbe Stunde Zeit das Naturwunder individuell zu erkunden.

„Dänn foht das Stige a!“ oder auch „Von nun an geht’s bergan!“ Wir sind nicht unglücklich, ist der Himmel an diesem prognostizierten Hitzetag bedeckt und ist es damit nicht heiss. Aufwärts geht es Richtung Gräppelensee, zuerst mehr oder weniger steil auf Wanderwegen und dann auf einer wenig befahrenen Strasse. Dabei geniessen wir die Ausblicke auf den Säntis und die Churfirsten. Nach der Trinkpause führt unser Weg über Alpweiden. Jetzt wird es richtig steil. Jede/jeder in ihrem/seinem Tempo streben wir aufwärts. Unterwegs gibt’s ein Gruppenbild, sehen alle noch fröhlich aus. Nochmals gleich weit – fast noch etwas steiler – geht es zur Krete und dann gemütlich abwärts. Kurz nach Mittag öffnet sich uns der Blick auf den idyllisch in einer Senke liegenden Gräppelensee.

Wir geniessen auf dem Grillplatz unser Picknick – halt ohne Feuer. Dafür überraschen uns Margrith und Marlies mit einem feinen Apéro. Weisswein und Mineral finden Absatz, Bier und Orangensaft weniger. Zu knabbern laden Flutes, Cherrytomaten, Mozzarelline und Chips ein. Jedenfalls finden wir es alle eine tolle Idee und geniessen.

Da wir am Morgen etwas früher aufgebrochen sind, bleibt uns jetzt am See genügend Zeit. Ernst und Theres nutzen diese für ein erfrischendes Bad, andere um sich die Füsse zu kühlen. Wobei, kühlen ist relativ. Wie Viktor mit seiner Armbanduhr (!!!) messen kann, beträgt die Wassertemperatur 22 Grad. Wieder andere umrunden den See zu Fuss.

Um viertel vor Zwei dann treffen wir uns am Grillplatz für einen kurzen, eher besinnlichen Teil des Tages. Elisabeth in ihrer gewohnt gefangen nehmend Art erzählt uns das Märchen vom Adler der ein kleines Mädchen in seinen Horst entführt, aus dem es nach Jahren von einem Königssohn gerettet wird. Obwohl die Königin keine „Gewöhnliche“ als Schwiegertochter wünscht, gibt es ein Happy End. Der Prinz und das Mädchen heiraten und werden glücklich.

Und wir? Wir nehmen erholt und zufrieden den Abstieg nach Alt St. Johann unter die Füsse. Zuerst geben wir – von unten gesehen – offenbar ein lustiges Bild ab, wie wir auf einer Perlenkette aufgereiht noch den letzten kurzen Anstieg im Zick Zack bewältigen. Dann steigen wir ab durch den Wald und über Alpweiden, bisweilen wiederum ziemlich steil – typisch halt fürs Toggenburg – für Leute mit Kniebeschwerden leider nicht so günstig. Wir haben genügend Zeit. Es besteht keine Eile. So kommen alle mehr oder weniger gut unten an. Vor der Abfahrt eine Glace, ein Getränk aus dem Lädeli bei der Haltestelle bauen uns wieder ein wenig auf.

Planmässig gelangen wir zurück nach Berikon-Widen. Weil wir ja flexibel sind und genügend Platz ist, fällt kaum ins Gewicht, dass unsere reservierten Plätze im Voralpenexpress besetzt sind, da unsere Reservation erst kurz vor Uznach auf der Anzeige erscheint!?
So wie am Morgen die Leute unterwegs dazu gestossen sind, so verlassen sie uns auf dem Rückweg wieder tropfenweise. Am Schluss bleibt eine kleine Runde, die den Tag im Beri Märt ausklingen lässt.

Schön war’s, aber anspruchsvoll oder wie eine Teilnehmerin angemerkt hat: „Ich bin am meine Grenzen gestossen, aber froh dabei gewesen zu sein. Missen möchte ich diese Wanderung nicht.“

Bis zum nächsten Mal
Euer „Mo“

Fotos: Evelyne, Hanspeter, Kari, Margrith

 

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